Hygino, Gewinnerin des PIPA-Preises 2025, hatte jahrelang zu Bildung und Lernen geforscht, von Pulten und Bleistiften bis zu den Pädagogiken von Mensa und Schulhof.

Ein funktionierender Spielplatz – Klettergerüst, Rutsche, Schaukel, Wippe, Karussell – gebaut aus dem Stahl von Schulstühlen, sodass das Gerät selbst zeigt, wie Spiel Körper anleitet und diszipliniert.

Fünf maßstabsgetreue Arbeiten, die Schulmöbel mit Spielplatzstrukturen verbinden, füllen den Espaço Petrobras im MAM Rio; sonntags von 10 bis 11 Uhr sind die Morgenstunden Besuchern mit geistiger Behinderung, autistischen und reizempfindlichen Besuchern vorbehalten.

Die Ausstellung läuft vom 17. Oktober 2026 bis zum 14. März 2027 im MAM Rio, wobei die barrierefreien Sonntagsstunden fest im öffentlichen Programm des Museums verankert sind.

Ab dem 17. Oktober 2026 zeigt das MAM Rio Projeto parquinho, eine Ausstellung von Andréa Hygino – Gewinnerin des PIPA-Preises 2025 und Mitglied der Nominierungskommission 2026 –, kuratiert von Phelipe Rezende. Die Ausstellung versammelt fünf Arbeiten in Originalgröße, die Elemente von Schulmöbeln in Spielplatzstrukturen einfügen, um über Disziplin, Kontrolle und Arten des Spielens zu diskutieren. Ein Spielplatz mit Klettergerüst, Rutsche, Schaukel, Wippe und Karussell besetzt den Espaço Petrobras im Foyer des Museums.

Die Schau markiert eine neue Etappe in Hyginos langjähriger Forschung zu Bildungs- und Lernprozessen. Während frühere Arbeiten sich auf das Klassenzimmer und seine Objekte konzentrierten – Pulte, Bleistifte, Schulmaterialien –, wandte sie sich den anderen Räumen der Schule und den Pädagogiken von Mensa, Schulhof und Freizeit zu. In Projeto parquinho richtet sich ihr Blick auf die Pause: die Unterbrechung, die die starre Organisation des Unterrichts auszusetzen scheint, aber auch Regeln und Weisen der Körperausrichtung auferlegt.

Hyginos Statement bildet den Anker der Schau: Ausgehend von der Frage, woher der Spielplatz stammt, den Brasilien immer wiederholt, gelangte sie zu „angeleiteter Freizeit“ als einer Weise, Körper zu disziplinieren – das Spielzeug trägt bereits eine Anweisung in sich, wie zu spielen ist, und die Zerlegung der Strukturen zeigt, dass das Material, das den Schulstuhl bildet, der den Körper im Klassenzimmer hält, auch das Spielzeug baut und seine Bewegungen bestimmt. Sonntagvormittags gelten als exklusive Besuchszeiten für Menschen mit geistiger Behinderung, autistische Menschen und alle, die gegenüber visuellen oder akustischen Reizen überempfindlich sind.

Hygino bemerkte, dass Brasilien seit Jahrzehnten denselben Spielplatz wiederholt, und führte dies auf „angeleitete Freizeit“ zurück – Spiel als Weise, Körper außerhalb der Unterrichtszeit zu disziplinieren.

Die Zerlegung des Geräts zeigt, dass das Material des Schulstuhls auch das Spielzeug baut und seine Bewegungen diktiert, wodurch die Verbindung von Möbel zu Spielplatz physisch statt metaphorisch wird.

Das Museum programmierte Sonntagvormittage exklusiv für geistig behinderte, autistische und reizempfindliche Besucher und erweitert damit die Frage, für wen Spiel gedacht ist.

Spielgeräte sind ein Lehrplan: Zerlegt man eine Rutsche oder eine Wippe, findet man den Stahl des Schulstuhls, der den Körpern sagt, was sie tun sollen – gestaltete Freizeit ist nie neutral.

Projeto parquinho wurde am 17. Oktober 2026 eröffnet und läuft bis zum 14. März 2027 im Espaço Petrobras im Foyer des MAM Rio in Rio de Janeiro, kuratiert von Phelipe Rezende.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Projeto parquinho: Andréa Hygino subverte brinquedos de parque infantil em instalação inédita Prêmio PIPA · premiopipa.com ·