Mass Studies' Tea Factory, Salmok Architects' Tea House und eine von WGNB ausgestattete Tea Library stehen auf einer einzigen riesigen Plantage auf Jeju unter Osullocs Masterplan; Erstbesucher konnten die Hierarchie der Gebäude nicht unterscheiden, daher musste die Grafik eine lesbare Route schaffen, ohne die Landschaft zu stören.
Die Idee
Wegweisung, die aus dem Weg geht: vier Schilderpunkte mit vereinfachten Gebäudeikonen, durchgehend vulkanerdbraun, und ein exklusiver Tee, verpackt wie ein Buch.
MYKC entwarf den Pylon am Straßeneingang sowie die Park- und Routenbeschilderung; die Rahmen an den gewellten Stahlwänden des Tea House wurden auf den Rhythmus der Rippen abgestimmt und mattiert gestrahlt, sodass sie wirken, als wären sie schon immer dort gewesen; die Schilddichte wurde auf vier Punkte reduziert, jeder mit einer architektonischen Ikone bekrönt; die Tea Library erhielt eine eigene Serifenschrift mit buchartigen Endungen, einen Standortführer im Stil einer Bibliothekskarte und den HOJI-Tee, verpackt wie ein Buch mit einer neon-grünen Seite.
Keine Besucherzahlen erfasst; die neu eröffnete Tea Library startete mit dieser Identität, und das Vier-Punkte-Schildsystem führt nun durch die gesamte Route von Fabrik, Bibliothek und Haus. Laut den Interviewten sollen die Schilder als Teil der Landschaft gelesen und nicht als Design wahrgenommen werden.
In einem Interview mit Design Plus (design.co.kr) erläutern die MYKC-Principals Kim Yongchan und Kim Kimum das Beschilderungs- und Grafiksystem des Studios für Osullocs Teeplantage Jeju Hannam. MYKC arbeitete seit 2015 mit der Muttergesellschaft Amorepacific zusammen — beim Osulloc-Rebranding 2023, beim Tea Museum und bei der Grafik des Teehauses in Seoul — und bat nach der Gestaltung der Eingangsbeschilderung der Tea Factory zu deren Fertigstellung 2024 um eine Beteiligung, als die Besuchergebäude hinzukamen.
Das System tritt bewusst zurück, sagen die Interviewten. Die Schilddichte wurde von einem dichten Layout auf nur vier Punkte reduziert, damit die geliehene Szenerie (chagyeong) die Hauptrolle behält; jeder Schilderpfosten trägt vereinfachte architektonische Ikonen des Tea House, der Tea Factory, der Tea Library und des Observatoriums, sodass Besucher die Ziele schon von Weitem erkennen. An den gewellten Stahlwänden des Tea House waren die Schraubenpositionen begrenzt, daher wurden die Rahmen exakt auf den Rhythmus der Rippen abgestimmt und mit Abstand angeordnet sowie mattiert gestrahlt, sodass sie mit dem glänzenden Stahl kontrastieren.
Ein tiefes Braun, das von Osullocs vulkanischem Boden und dem Volcano-Songyi-Tee stammt, vereinheitlicht Pfosten und Rahmen auf dem gesamten Gelände. Im Inneren erhielt die Tea Library eine eigene Serifenschrift — Spaltengewichte passend zum Regalraster, klassische Endungen —, eine Bibliothekskarte, die zugleich als Führer durch den gesamten Campus dient, und den exklusiven HOJI-Tee, verpackt wie ein Buch mit einer frischen neon-grünen Seite; gestickte Insekten, die tatsächlich auf der Plantage leben (Chinesischer Pfauenauge, Marienkäfer, Glühwürmchen), von Osulloc vorgeschlagen, verleihen dem Archivraum einen Hauch von Entdeckung.
Die drei Gebäude wurden zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Strukturen und Materialien errichtet, daher vermittelte MYKC zwischen ihnen mit einer einzigen Route, statt allen eine visuelle Vorlage aufzuzwingen.
Frühe Pläne sahen dicht gepackte Schilder vor, damit Besucher sich auf dem 150 Meter langen, hügeligen Gelände nicht verlaufen; das Begehen des Geländes mit Osulloc kehrte dies in weniger, aus größerer Entfernung lesbare Schilder um.
Osullocs Markenhaltung, wie die Interviewten sie vor Ort lesen, gewichtet Tiefe stärker als visuellen Glanz — daher dienen die Grafiken still hinter den Teefeldern und Gebäuden.
Die Beschilderung auf gewelltem Stahl musste mit festen Schraubenpunkten zurechtkommen; die exakte Abstimmung auf das Raster lässt sie als der Wand eigen erscheinen.
Auf einem Gelände, dessen Kapital die Landschaft ist, ist das stärkste Grafiksystem jenes, das sich selbst zurücknimmt: weniger Schilder, abgestimmte Materialien und Ikonen, die das Zeigen übernehmen.
Seitdem
Die Tea Library wurde mit dieser Identität eröffnet, und MYKC bleibt Osullocs langjähriger Grafikpartner. Das Interview nennt keine Besucherzahlen oder kommerziellen Ergebnisse; der erklärte Beleg des Designs ist das Gelände selbst — Schilder, die als Teil der Landschaft gelesen werden.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- [Project+] 오설록 제주 티팩토리·티하우스·티라이브러리, 사이니지 & 브랜드 디자인 ② MYKC Design Plus (design.co.kr) · design.co.kr ·