Tor Weibull, der Kanon Foundry 2019 gemeinsam mit Alexander Örn gründete, entdeckte Ad Werners Paperclip Contour auf einem Plattencover der Drifters und mochte den modularen Look, doch der Konturstil und das Fehlen von Großbuchstaben machten die Schrift für den praktischen Einsatz zu eingeschränkt; eine gefüllte Version, die für das Logo der niederländischen feministischen Zeitschrift Opzij entstanden war, war nie kommerziell als Schrift veröffentlicht worden.

Eine Lettering-Arbeit von einem Plattencover von 1973 wiederbeleben: die Konturformen füllen, Großbuchstaben und Ziffern ergänzen und die Buchstaben dann als Variable Font mit 15 Stilen wippen lassen.

Kanon füllte die Buchstabenformen aus, zeichnete neue Versalien, Ziffern und Symbole, verfeinerte die Kurven und reduzierte die Diagonalen für den digitalen Einsatz und baute dann Variable-Font-Master zwischen Retalic und Italic, sodass die Buchstaben sichtbar wippen wie eine Büroklammer; die Glyphen wurden für diese Bewegung überarbeitet – der breite Haken des kleinen j wurde zu einem geraden Schwanz im Futura-Stil –, und zur Veröffentlichung gehörten Bewegungsassets sowie physische Stehaufmännchen in Form des kleinen a.

Was nur als Kontur auf einem Plattencover von 1973 und als unveröffentlichtes Zeitschriftenlogo existierte, erscheint nun als ein Variable Font mit 15 Stilen über verschiedene Strichstärken und Kursive hinweg, mit Bewegungsassets rund um Wippen und Schwingen; der Launch wurde am 3. September 2026 von It's Nice That vorgestellt.

Paperclip Contour war eine Display-Schrift, die 1973 von Mecanorma veröffentlicht und von Ad Werner entworfen wurde – unverwechselbar, modular und heute vor allem durch das Plattencover von The Drifters' „Kissin' in the Back Row of the Movies“ in Erinnerung. Der Schriftgestalter Tor Weibull, der Kanon Foundry 2019 gemeinsam mit Alexander Örn gründete, fühlte sich von dem modularen Ausdruck angezogen, fand die Schrift aber einschränkend: Sie existierte nur als Kontur ohne Großbuchstaben und war an den Druck gebunden. Eine gefüllte Version, die für das Logo von Opzij, einer niederländischen feministischen Zeitschrift, entstanden war, war nie kommerziell veröffentlicht worden.

Kanons Antwort, Clippy, begreift die Lücken als Designauftrag. Weibull füllte die Buchstabenformen aus, entwickelte Großbuchstaben parallel zu den Kleinbuchstaben und gestaltete die Ziffern neu, damit sie ins System passen; die Buchstaben wurden mit weniger Diagonalen, verbesserten Kurven und optischen Anpassungen verfeinert, damit eine Kuriosität der 1970er in digitalen Umgebungen funktionieren kann. Die p's sehen noch immer aus wie die Werkzeuge zum Öffnen von iPhone-SIM-Fächern, und manche Symbole wirken wie außerirdische Hieroglyphen, doch die Schrift verhält sich jetzt wie ein Werkzeugkasten.

Der Durchbruch war die Erkenntnis, dass die runden Formen ein Variable Font sein könnten. Clippy bewegt sich zwischen den Mastern Retalic, Roman und Italic über 15 Stile und wippt hin und her wie ein Stehaufmännchen – eine Anspielung auf das biegsame Metall einer Büroklammer. Einige Glyphen wurden neu gezeichnet, damit das Wippen funktioniert: Der breite Haken des kleinen j verursachte Abstandsprobleme und wurde zu einem geraden Schwanz im Futura-Stil. Neben der Schrift produzierte Kanon Bewegungsassets, die zum Schwingen und Wackeln gedacht sind, sowie physische Stehaufmännchen in Form des kleinen a.

Das Ergebnis verwandelt eine Schrift, die seit 1973 praktisch eingefroren war, in ein System mit einer Reihe von Strichstärken und einem einzigen verspielten Charakter, und der Launch im September 2026 wurde von It's Nice That vorgestellt. Clippys Wette ist, dass eine unverwechselbare historische Schrift nützlicher, nicht weniger nützlich wird, wenn jemand ihre fehlenden Großbuchstaben, gefüllten Formen und ihr digitales Verhalten als lösenswerte Probleme behandelt.

Die Einschränkungen des Originals – nur Kontur, keine Großbuchstaben, an den Druck gebunden – werden zum Auftrag; jedes fehlende Teil ist ein konkretes Designproblem statt ein Grund, weiterzuziehen.

Die Variable-Font-Idee kommt vom Objekt selbst: Runde, biegsame Formen sind zum Wippen gemacht, daher erweitern die Retalic/Italic-Interpolation und die Stehaufmännchen die Büroklammer-Metapher, statt sie nur zu dekorieren.

Das Redesign ist diszipliniert: Glyphen wie das j wurden nur dort geändert, wo die Bewegung es verlangte, wodurch die Identität der Schrift erhalten bleibt und das System dennoch funktioniert.

Es rettet ein echtes Artefakt mit Geschichte – Mecanorma 1973, das Opzij-Logo –, statt eine Retro-Pastiche zu erfinden, was genau dem Ansatz von Recherche und Referenzen entspricht, auf dem Kanon Foundry aufbaut.

Ein brillantes, aber unbrauchbares historisches Artefakt wird zum Produkt, wenn man seine fehlenden Teile als Designprobleme behandelt: die fehlenden Formen liefern, das Medium anpassen und die Bewegung entdecken, die in ihm steckt.

Clippys öffentliche Geschichte begann mit einem Plattencover und endete mit einer Veröffentlichung: Weibull entdeckte Paperclip Contour auf The Drifters' „Kissin' in the Back Row of the Movies“, und die Ausarbeitung stützte sich auf modulares Lettering von Herbert Bayer an; als neue Strichstärken entstanden, erkannte er in den Formen Anklänge an E13B-artige mittlere Strichstärken und CNC-Gravur. Kanon Foundry produzierte neben der Schrift Bewegungsassets und physische Spielzeuge, und It's Nice That stellte das Projekt am 3. September 2026 als eine Schrift der 1970er vor, die für 2026 flexibel gemacht wurde. Ob Clippy breite Verwendung findet, ist offen; der übertragbare Schritt ist die Rettung selbst.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Paperclip Contour, meet Clippy: Kanon Foundry takes a 1973 typeface and makes it flexible across 15 different styles It's Nice That · itsnicethat.com ·