Anthropics Marketing hatte gerade mit Witzen, die ad-finanzierte KI verspotteten, den Super Bowl gewonnen; der Nachfolger wählte das entgegengesetzte Register – Schrecken –, um zu zeigen, dass das Unternehmen sich den Schäden von KI direkt stellt.

Ein Werbespot, der mit einem brennenden Haus beginnt, dann Gesichtserkennung, Obdachlosigkeit, einen Friedhof und Bergarbeiter zeigt, während Stimmen fragen: „Can AI be trusted?“ und „Who's gonna hit the brakes?“

Ein Film, der mit einem brennenden Haus beginnt und zu Standbildern übergeht – eine Menge unter Gesichtserkennung, eine obdachlose Person, die im Freien schläft, Reihen von Grabsteinen, die dem Arlington National Cemetery ähneln, Arbeiter, die in einer Mine schuften – über einem Voice-over mit harten Fragen zur KI.

Er schlug ins Gegenteil um und löste einen Shitstorm aus: Sam Altman trollte ihn auf X („i thought this was satire“), Branchen-Skeptiker nannten die Bilder „weird and sinister“, und die Friedhofsaufnahme zog die stärkste Wut auf sich; TechCrunch deutete ihn als das danebengegangene Drehbuch der ethischen Kontrastfigur.

Am 14. Juli 2026 berichtete TechCrunch, dass Anthropics neuester Werbespot „There's hope in hard questions“ die Zuschauer verunsichere. Der Spot beginnt mit einem brennenden Haus und geht dann zu Standbildern über: eine Menge, die durch Gesichtserkennung überwacht wird, eine obdachlose Person, die auf der Straße schläft, Reihen von Grabsteinen auf einem Friedhof und Arbeiter, die in einer Mine schuften – während ein Voice-over Fragen stellt wie „Can AI be trusted?“ und „Who's gonna hit the brakes if we need to?“

Die Gegenreaktion war sofort und laut. OpenAI-CEO Sam Altman trollte auf X: „i thought this was satire, kept looking for the handle to be spelled c1audeai or something.“ Tech-Branchen-Skeptiker fielen ein – „the worst corporate communications ever“ – und ein Poster machte eine „bubble of ai psychosis“ verantwortlich. Die Friedhofsaufnahmen zogen die stärksten Reaktionen auf sich: „I can't stress enough how fucked up it is that Anthropic is running an ad“, die fragt „Who's gonna hit the brakes?“, und „this part was exceptionally weird and sinister“.

Die Strategie selbst war erkennbar. TechCrunch merkte an, Anthropic habe „consistently attempted to depict itself as the ethical foil to other AI companies“, und dass dieses Drehbuch – eine Marke, die die Schäden ihrer Branche benennt und sich zu eigen macht, um sich als am besten geeignet darzustellen, sie zu beheben – bewährt ist. Hier aber schien es nach hinten loszugehen; der Autor verglich die Sequenz mit der paranoiden Propaganda-Montage von The Parallax View, „probably not the best association“ für ein Unternehmen, das sich als Kraft für das Gute darstellt – ein scharfer Kontrast zu den im Februar wohlwollend aufgenommenen Super-Bowl-Spots, die OpenAI's ChatGPT-Anzeigen verspotteten.

Anthropic hat sich stets als ethisches Gegenstück zu anderen KI-Unternehmen positioniert, sodass die Konfrontation mit harten Fragen zu seiner langjährigen Botschaft passt.

Die Schäden seiner Branche zu benennen und sich zu eigen zu machen, ist ein bewährtes Drehbuch – aber es setzt voraus, dass das Publikum einen als Lösung akzeptiert, nicht als Teil der Bedrohung.

Die Friedhofsbilder, offenbar vom Arlington National Cemetery, gepaart mit einem Voice-over zum „hit the brakes“, wirkten auf die Zuschauer finster statt selbstreflektiert.

Nach den wohlwollend aufgenommenen, witzgetriebenen Super-Bowl-Spots ließ der Tonwechsel den neuen Spot eher als Fehltritt denn als Strategie erscheinen.

Sich die Schäden seiner Branche zu eigen zu machen, funktioniert nur, wenn die Umsetzung Wärme bewahrt: Untergangsbilder lassen das Publikum ein Geständnis als Drohung hören.

Stand 14. Juli 2026 war die Kritik noch im Gange; die Berichterstattung verzeichnete weder eine Rücknahme noch eine Reaktion von Anthropic. Der Vorfall ließ Anthropics Positionierung als „ethische Kontrastfigur“ sichtbar umstritten zurück, während seine Super-Bowl-Kampagne – später in Cannes ausgezeichnet – als positiver Gegenpol im Marketing-Rekord desselben Jahres steht.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Anthropic's newest ad is creeping people out TechCrunch · techcrunch.com ·