Regisseur Pau Carreté sollte „Colmillo“ (spanisch für Fangzahn) interpretieren, einen Track, der aus drei klar getrennten Blöcken besteht – Balvin und Miko, Mikos Solo und der Schluss von Jowell y Randy –, von denen jeder seinen eigenen Raum innerhalb einer einzigen Erzählung verlangt.
Die Idee
Das Video in die drei Blöcke des Songs aufteilen: eine Schwarz-Weiß-Realität, eine farbige Fantasie und eine innere Hentai-Anime-Welt, zusammengehalten durch die zufällige Begegnung zweier Katzen.
Zwei Katzen kreuzen auf der Straße ihre Blicke; ihre unerwiderte Liebe wird durch einen Jungen und ein Mädchen in einer Schwarz-Weiß-U-Bahn personifiziert. Explosionen – das Mädchen zündet eine zigarettenförmige Wunderkerze an – zerlegen die Szene in eine farbige Fantasiewelt und dann in die inneren Welten, die das Anime-Studio Jumonji über zwei Monate umsetzte; eine 3D-Figur von Glassworks wurde anhand von Motion-Control-Aufnahmen erstellt. Die Katzenmasken wurden in einer Werkstatt in Los Angeles gebaut.
Ein Drei-Block-Video, das der Struktur des Songs entspricht und in einem kurzen Postproduktionszeitplan geliefert wurde; in dem Material erscheinen keine Zuschauer-, Chart- oder Auszeichnungszahlen.
In einem im März 2024 veröffentlichten Interview für Curation Hour führt Regisseur Pau Carreté durch „Colmillo“, sein Video für Tainys Track mit J Balvin, Young Miko und Jowell y Randy. Er sagt, das Konzept habe mit dem Namen des Songs begonnen – colmillo, Fangzahn: Zwei Katzen begegnen sich zufällig auf einer Straße und kreuzen ihre Blicke, eine unerwiderte Liebe auf den ersten Blick, die das Video durch einen Jungen und ein Mädchen in einem U-Bahn-Wagen personifiziert, zwei entgegengesetzte Räume, in Schwarz-Weiß gedreht.
Carreté sagt, er habe das Stück entsprechend den drei Blöcken des Songs aufgeteilt, weil sich jeder Teil deutlich verändert: Balvin und Miko, Mikos Solo und der Schluss von Jowell y Randy. Schwarz-Weiß trägt die Realität – ein Junge überfällt mit einem Eis einen Lebensmittelladen und wird von der Polizei verfolgt –, während das Kreuzen der Blicke der Katzen eine imaginäre Welt in Farbe öffnet. Der rohe Look im Stil der 90er, erinnert er sich, sei organisch aus der Summe seiner Referenzen entstanden und nicht aus einer einzelnen Quelle.
Der Wechsel zum Anime war nicht verhandelbar: „Es war von Anfang an sehr klar, dass wir eine Hentai-Szene wollten; Anime ist ein Schlüsselelement im Universum von Tainy“, sagt er im Interview. Die Hentai-Sequenz dauerte über zwei Monate mit dem Jumonji Studio, eine 3D-Figur wurde mit Glassworks aus Motion-Control-Material gebaut, und die Postproduktion lief im „Express-Modus“ in einem kurzen Zeitplan. Die Produktionsfirmen CANADA und WeOwnTheCity waren für den Dreh verantwortlich.
Der Name des Songs gab der Geschichte ihren Motor: Fangzahn, Katzen, ein gekreuzter Blick – die Metapher leistet die erzählerische Arbeit.
Die Abschnitte den drei Blöcken des Tracks zuzuordnen, hält jeden beteiligten Künstler in einer eigenen Welt, ohne den Film auseinanderzubrechen.
Schwarz-Weiß-Realität gegen farbige Fantasie gibt dem Video eine lesbare Grammatik für den Wechsel zwischen den Welten.
Die Anime-Sequenz wurde als wesentlich behandelt, nicht als Beiwerk – zwei Monate mit dem Jumonji Studio, um sie richtig hinzubekommen.
Lass die Struktur der Musik selbst das Storyboard zeichnen: Wenn ein Track klar getrennte Blöcke hat, verwandelt die Zuweisung einer eigenen Welt zu jedem Block ein Video in Kapitel, ohne den Faden zu verlieren.
Seitdem
Das Interview hält fest, dass das Video fertiggestellt und rund um die Veröffentlichung des Tracks mit Tainy, J Balvin, Young Miko und Jowell y Randy veröffentlicht wurde. Carreté beschreibt eine ehrgeizige Idee, die auf das Budget heruntergebracht wurde – Masken im Verlauf vereinfacht, Material gnadenlos ausgewählt, Postproduktion komprimiert –, und sagt, er sei dank des Teams mit der Entwicklung zufrieden gewesen. Das Material verzeichnet keine Chart-, Zuschauer- oder Auszeichnungszahlen für das Video.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Colmillo Curation Hour · curationhour.com ·