Jordanien liegt an Zugrouten zwischen Europa, Asien und Afrika; jedes Frühjahr und jeden Herbst ziehen große Zahlen von Greifvögeln, Störchen und Singvögeln durch das Jordantal. Die Co-Direktorin der Amman Design Week, Sarah Hijazin, warf die Frage auf, ob die Stadt Vögeln Orte zum Landen und Ausruhen bieten kann.
Die Idee
Jordaniens Tradition der Gastfreundschaft gegenüber Reisenden in ein stadtweites Netz von Gästehäusern für Zugvögel verwandeln, die auf der Zugroute Europa–Asien–Afrika Rast machen.
Dreizehn Designer:innen und Designteams bauten Vogelhäuser, die in Jabal Al-Weibdeh und Ras Al-Ain aufgestellt wurden. Omar Darwishs „Sparrow Building“ (Binayat Al-Douri) verkleinert einen Wohnblock auf Spatzengröße; Jessica Aziza und Yasmine Tamas bauten ein Paar Häuser für Palästinasonnenvögel, modelliert nach den Spalten der Jerusalemer Steinarchitektur; Nada Barqawis „Sinw“ schichtet Mosaik über Ton, um sich in den Wirtsbaum einzufügen und natürliche Höhlen nachzuahmen. Elf weitere Designer:innen nahmen teil.
Besucher:innen der Amman Design Week (2.–17. Oktober 2026) können einen Rundweg zu den Vogelhäusern durch die beiden Viertel gehen und ihr Verhältnis zu Design, Umwelt und Stadtlandschaft bedenken; kommerzielle Kennzahlen sind nicht anwendbar.
Zur Amman Design Week 2026, die vom 2. bis 17. Oktober läuft, starteten die Organisator:innen „Nuzul“ – das Wort für einen Ort, an dem Reisende rasten. Dreizehn Designer:innen und Designteams schufen Vogelhäuser, die an Standorten in den Vierteln Jabal Al-Weibdeh und Ras Al-Ain aufgestellt wurden und Zugvögeln auf ihrem Weg durch die Stadt sichere Ruheplätze bieten.
Die Co-Direktorin Sarah Hijazin beschrieb das Projekt als Erweiterung einer Gastfreundschaftstradition, die „tief in unserer Kultur verwurzelt“ sei, und zwar auf die Millionen von Vögeln hin, die Jordaniens Himmel jedes Jahr während der saisonalen Migrationen überqueren. Die Arbeiten sind artspezifisch: Omar Darwishs „Sparrow Building“ verwandelt das Vogelhaus in eine Miniatur-Wohnstruktur für Spatzen, während Jessica Aziza und Yasmine Tamas' „In the Nectar of the City of Cities' Flower“ Palästinasonnenvögel in einem Paar Behausungen unterbringt, die von den Spalten und Öffnungen des Jerusalemer Steins inspiriert sind.
Nada Barqawis „Sinw“ greift die natürlichen Höhlen in Bäumen auf und ist so gestaltet, dass es sich mit einer über Ton geschichteten Mosaikoberfläche in seinen Wirtsbaum einfügt. Die übrigen Mitwirkenden reichen von Abdullah Tabaza bis Zaid Wahbeh und verteilen die Vogelhäuser über die Veranstaltungsorte der Designwoche, sodass Besucher:innen ihnen beim Durchqueren der Stadt begegnen.
Es kehrt den üblichen Fluss öffentlicher Kunst um: Statt Kunst für Menschen in die Stadt zu setzen, baut es Gastfreundschaftsinfrastruktur für die nicht-menschlichen Durchreisenden der Stadt.
Die Benennung leistet die konzeptionelle Arbeit – ein Vogelhaus „nuzul“ zu nennen, deutet es als Akt der Gastfreundschaft um, nicht als Umweltdekoration.
Artspezifische Entwürfe machen die Ökologie lesbar: Man lernt, was ein Sonnenvogel braucht, indem man betrachtet, was sein Haus nachahmt.
Eine kulturelle Tradition kann die Aufgabe sein: „Nuzul“ leiht sich die Gastfreundschaft – Jordaniens am meisten geteilten Wert –, um ein ökologisches Anliegen als der Stadt eigen statt importiert erscheinen zu lassen.
Seitdem
Die Vogelhäuser sind bis zum 17. Oktober 2026 an den Veranstaltungsorten der Amman Design Week zu sehen; die Quelle verzeichnet keine längerfristigen Pläne für die Installationen.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Amman Design Week launches 'Nuzul' birdhouse project Fana News (Petra) · fananews.com ·