Nichts auf dem Markt passte zu Kleins Haut: im Handel gekaufte Rasierhobel verursachten bei ihm Rasurbrand und Schnitte, und er wollte ein vollständiges Rasierset statt eines einzelnen Rasierers.
Die Idee
Eine feine gerippte Textur zieht sich durch jedes Teil – Rasierer, Pinsel, Ständer und eine quadratische Schale – aus hypoallergenem Titan, sodass das gesamte Rasierset als ein Objekt wirkt.
In einem schriftlichen Interview mit der deutschen Nassrasur-Community Forum der Rasur erzählt Klein, wie er 30–40 Kunststoffprototypen baute, mit der Drehbank experimentierte und von einem befreundeten Lieferanten Titanprototypen erhielt und dann zehn Exemplare an erfahrene Rasierer-Nutzer gab, bevor er 2021 Design94 gründete.
Das Urteil der Tester – „Schade, dass man den nicht kaufen kann“ – brachte ihn zum Verkauf; das erste Titan-Set erhielt eine Special Mention des German Design Award (im Interview selbst berichtet), eine Nachricht, die mitten in der Pandemie kam und die Entscheidung zur Kommerzialisierung besiegelte.
In einem schriftlichen Interview mit der deutschen Nassrasur-Community Forum der Rasur erzählt Design94-Gründer Thorsten Klein, wie das Unternehmen als private Lösung begann: im Handel gekaufte Rasierhobel verursachten bei ihm immer wieder Rasurbrand und Schnitte, also fragte er sich, ob ein anderer Rasierer besser zu ihm passen könnte, und begann, seinen eigenen zu entwerfen. Nach rund 30 bis 40 Kunststoffprototypen, Drehbank-Experimenten und den ersten Titanprototypen von einem befreundeten Lieferanten hatte er einen Rasierer, der den Brand stoppte – und zehn Testexemplare, die an Freunde und erfahrene Rasierer-Nutzer gingen.
Die Designentscheidungen waren bewusst persönlich. Titan war von Anfang an das gewählte Material wegen seiner hochwertigen Oberfläche und seiner Eignung bei Nickelallergien; die feine gerippte Struktur, die er in Rasiertests als am angenehmsten empfand, wurde über das ganze Set übertragen – Pinsel, Ständer und eine bewusst quadratische Rasierschale –, sodass der Rasierer als ein zusammenhängendes Objekt wirkt und nicht als einzelner Kopf. Die Geometrie des Kopfes ergab sich daraus, wie sich die Rippung und die Klingengeometrie bei tatsächlichen Rasuren anfühlten, nicht umgekehrt.
Die Reaktion der Tester – „Schade, dass man den nicht kaufen kann“ – machte das Projekt 2021 zu einem Unternehmen. Klein, gelernter Industriekaufmann mit materialtechnischem Hintergrund, der Stifte entworfen und seit 2014 fünf 3D-Drucker betrieben hat, hatte zuvor eine intelligente Kulturtasche patentiert, die MelodyBag, die Serienproduktion aber eingestellt, als die Kosten nahezu 250.000 € erreichten. Diesmal reichte er das fertige Titan-Set für den German Design Award ein und erfuhr mitten in der Pandemie, dass es eine Special Mention erhalten hatte.
Der Ausgangspunkt war ein echtes, wiederkehrendes persönliches Problem – Rasurbrand und Schnitte – und keine Marktstudie.
Titan wurde früh wegen der Oberflächenqualität und der Sicherheit bei Nickelallergie gewählt, nicht wegen des Marketingwerts.
Die charakteristische gerippte Textur entstand aus Kleins eigenen Rasiertests und wurde dann konsequent auf Pinsel, Ständer und Schale übertragen, was dem Set eine einheitliche Formsprache gibt.
Zehn Prototypen gingen vor dem Marktstart an erfahrene Nutzer; ihr Verlangen, das Produkt zu kaufen, wurde zum Geschäftsmodell.
Eine Special Mention des German Design Award gab dem ersten Set Anerkennung von dritter Seite, während das Unternehmen noch jung war.
Zuerst für sich selbst designen: Ein Produkt, das entwickelt wurde, um die eigene Irritation des Designers zu beheben, und über Dutzende Prototypen ausgearbeitet wurde, findet einen Markt, wenn Fremde darum bitten, es zu kaufen.
Seitdem
Design94 bestand als Marke weiter, und Klein beantwortete die Folgefragen der Community in einem AMA-Thread auf Forum der Rasur. Das Interview wurde am 3. Oktober 2026 veröffentlicht, fünf Jahre nach der Gründung des Unternehmens.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Design94 Interview Forum der Rasur · forum-der-rasur.de ·